Warum Geschichtsunterricht?

"Um aus der Geschichte zu lernen!" - "Damit man Fehler nicht wiederholt!" - "Weil ich wissen will, wer ich bin und was meine Vorfahren gemacht haben!" - Weil es spannend ist!" - es gibt sicher viele gute Gründe, Geschichte/Sozialwissenschaft als Unterrichtsfach zu belegen.

Ein besonders wichtiger Aspekt ist allerdings die Frage, warum wir heute in einer Demokratie Gesellschaft leben, wie sich diese durchgesetzt hat, welchen Gefahren sie unterlag und unterliegt und wie die Zukunft für sie aussehen mag.

Ziele des Geschichtsunterrichts

Der Geschichtsunterricht am Niederrhein-Kolleg vermittelt ein historisches Grundwissen und schafft damit die Voraussetzungen für das Verständnis heutiger politisch-gesellschaftlicher Zusammenhänge.

Neben dem Ziel, das methodische Repertoire für ein selbständiges Arbeiten an der Universität zu vermitteln, verhilft die Beschäftigung mit historischen und gesellschaftlichen Erscheinungsformen auch dazu neue Lebensbewertungen zu ermöglichen.

Der Geschichtsunterricht ist diskussionsfreudig. Er fördert Toleranz gegenüber anderen Meinungen, aber auch die Fähigkeit, eigene Standpunkte zu vertreten. Nicht zuletzt leistet er einen nicht unwichtigen Beitrag zur heute immer häufiger verlangten politischen und gesellschaftlichen Allgemeinbildung.

Einführungsphase

In der Einführungsphase, dem 1. und 2. Semester, steht inhaltlich die Beschäftigung mit der Vormoderne im Mittelpunkt. Die Grundlagen der Gesellschaft im europäischen Mittelalter, die Entwicklung demokratischer Ansätze in den mittelalterlichen Städten, die Entwicklungen in Absolutismus und Aufklärung, sowie der Umsturz in der Französischen Revolution sind einzelne Schwerpunkte.

Auf der methodischen Ebene geht es um die Vermittlung grundlegende Analyse und Interpretationstechniken; aber auch Überlegungen zu Sinn und Zweck der Geschichtsforschung, den Quellen und verschiedenen Hilfswissenschaften gehören in der Einführungsphase zum Programm.

Qualifikationsphase

In der Qualifikationsphase, dem 3. - 6. Semester, werden inhaltlich die durch das Zentralabitur vorgegebenen Schwerpunkte behandelt - diese können hier abgerufen werden.

Dazu gehören u.a. die Auswirkungen des Industriekapitalismus im 19. Jahrhundert auf die Lebens- und Arbeitswelt, Konflikte, Kriege und Friedensregelungen in Europa nach 1870, Macht- und Herrschaftsstrukturen in Deutschland 1933/34 und die politische Partizipation nach 1945 im Hinblick auf die europäische Einigung.

Methodisch werden hier auch Filme, Musikstücke, Bilder und Plakate als Quellen besprochen, die neben der Erschließung von Textquellen wertvolle Informationen über die Vergangenheit liefern.