Die Mathematik ist eine Wissenschaft, die ursprünglich aus den Aufgaben des Rechnens und Messens erwachsen ist. Zur Behandlung praktischer Fragestellungen wurden Zahlen und geometrische Figuren herangezogen, aus denen der Zahlbegriff und elementargeometrische Begriffe mit ihren Gesetzmäßigkeiten entwickelt wurden.

Neue Begriffe, Methoden und Inhalte werden heute noch in der Regel durch Weiterentwicklung bekannter Methoden und Ergebnisse erarbeitet. Eine Grundlage, auf der man wesentliche Gesetzmäßigkeiten und Beziehungen besser verstehen und verwenden kann, bietet die Bildung übersichtlicher mathematischer Strukturen als Abstraktion.

Grundlegendes zu den Unterrichtsinhalten und Fachmethoden

Am Niederrhein-Kolleg sollen die Studierenden zum einen die Bedeutung der Mathematik als Anwendung auf zahlreiche Lebensbereiche kennen lernen. Hierzu liefert die Mathematik eine Basis, auf der innovatives Lernen zusammen mit anderen Fachwissenschaften möglich wird. Im Unterricht werden dazu Modelle und Lösungsverfahren zu Problemen aus Wirtschaft, Technik, Natur etc. erarbeitet und angewendet. Die spezifische, nämlich modellbildende Arbeitsweise der Mathematik wird auf diese Weise fächerübergreifend bei der Bearbeitung von unterschiedlichen Problemen relevant.

Ebenso wichtig ist die Erfahrung und der Umgang der Studierenden mit der formal-logischen Strenge und Klarheit des mathematischen Begriffssystems, der analysierenden Vereinfachung komplexer Beziehungsfelder, der Strukturierung in Form von Prämissen und logischen Deduktionen und dem Streben nach Vollständigkeit des mathematischen Begriffssystems.

Der Unterricht am Niederrhein-Kolleg teilt sich in die Einführungsphase (1. und 2. Semester) und die Qualifikationsphase (3.–6. Semester) mit der Wahl eines Grundkurses oder Leistungskurses.

Während in der ersten Phase vor allem die Voraussetzungen (z.B. Logik, Mengenlehre, rationale Zahlen, Termumformungen, Potenzrechnung u. Wurzelrechnung) der höheren Mathematik wiederholt und gefestigt werden, soll in zunehmendem Maß auf der wissenschaftspropädeutischen Ebene mathematisches Denken und Problemlösen angelegt werden. Der inhaltliche Schwerpunkt in der Kursphase liegt zum einen in der Analysis mit der Differential- und Integralrechnung, zum anderen in der Linearen Algebra und Analytischen Geometrie in vektorieller Darstellung bzw. in der Stochastik (Beschreibenden Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung). Dabei sollen die Studierenden nicht rezeptiv und reproduktiv arbeiten, sondern zunehmend Lösungsstrategien aktiv und selbständig entwickeln. Um Lernen als motivierten, selbstgesteuerten Prozess zu erfahren, werden Teambildung und Teamarbeit unterstützt.

Weitere Informationen: Mathematik - Hauscurriculum (PDF-File)