Jahresüberblick

Exkursion des 3. Semesters zum Drachenfels in Königswinter

Früh am Morgen des 19. Juni 2019 brachen wir, die Studierenden des 3. Semesters, in Begleitung unserer Deutsch-LK-Lehrerinnen in Oberhausen auf. Unser Ziel hieß Königswinter, wo wir den Drachenfels besteigen und Schloss Drachenburg besichtigen wollten – der theoretischen Beschäftigung mit der (Rhein)-Romantik sollten endlich Taten folgen…

Nach einer lästigen Störung am Regionalexpress und umso angeregteren Gesprächen erreichten wir schließlich bei nahezu subtropischen Temperaturen den Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Nicht alle sahen sich unter derart erschwerten Bedingungen in der Lage, den Drachenfels per pedes zu erklimmen, und so bestiegen eine Handvoll von uns stattdessen die historische Zahnradbahn, die immerhin seit mehr als 135 Jahren täglich Reisende auf ein Plateau knapp unterhalb des 321 Meter hohen Gipfels befördert.

Der Rest begab sich an den Anstieg und wurde bereits nach kurzer Wegstrecke vorbei an üppiger Vegetation (hier blühen sogar Yukka-Palmen!) und ersten Felsen mit spektakulären Ausblicken auf Vater Rhein belohnt.

Die letzten Meter zur Burg, die bereits seit dem Dreißigjährigen Krieg dem Verfall preisgegeben war, bewältigten wir schließlich alle vereint, denn den Anblick der Ruine, der Lord Byron im Jahr 1816 auf seiner Reise von London an den Genfer See zu seinem berühmten Gedicht „The castled crag of Drachenfels“ (zu Deutsch: „Der turmgekrönte Drachenfels“) inspirierte, wollten auch die „Bahnfahrer“ aus nächster Nähe genießen.

Quasi im Vorbeigehen erfuhren wir zudem noch von einem – zugegeben nicht besonders Furcht einflößenden – Drachen, warum der Drachenfels überhaupt Drachenfels heißt: Angeblich soll hier Siegfried gegen ihn gekämpft haben. Die Verbindung zur Siegfried-Sage aus dem Nibelungenlied ist wissenschaftlich jedoch nicht erwiesen.

Am Nachmittag dann stand die Besichtigung von Schloss Drachenburg auf dem Programm, interessanterweise weder ein Schloss noch eine Burg, sondern vielmehr die private Villa des durch Börsenspekulation zu Geld gekommenen Stephan Sarter, die zwischen 1882 und 1884 in einer Rekordzeit von nur zwei Jahren im Stil des Historismus fertiggestellt wurde.

Nach so viel Kultur sollte der Tag gemütlich im Biergarten ausklingen, denn schließlich war am nächsten Tag ja Feiertag und keiner von uns musste früh aufstehen. Kaum standen jedoch die Getränke auf dem Tisch, als in der Ferne auch schon die ersten Blitze zuckten und es wie aus Eimern zu schütten begann. Nachdem einige vermeintlich besonders Hartgesottene zunächst noch meinten, dass das Wetter ihnen nichts anhaben könnte, suchten wir schließlich alle den Gastraum auf.

Etwa eine Stunde später traten wir dann bei nunmehr wieder strahlendem Sonnenschein den restlichen Abstieg an. Erneut wollte der Regionalexpress nicht wie wir, und so genossen wir die Rückfahrt in besonders vollen Zügen.

Kurz hinter Köln erinnerten sich ein paar von uns, dass wir gar nicht, wie ursprünglich geplant, beim Aufstieg zum Drachenfels das schöne alte Wanderlied „Das Wandern ist des Müllers Lust“ angestimmt hatten, und schlugen vor, dies nun nachzuholen. Vermutlich zur Erleichterung der Mitreisenden wurde dieser Vorschlag jedoch nicht in die Tat umgesetzt.

Kurzum: Wir hatten eine Menge Spaß und freuen uns schon jetzt auf die nächste Exkursion. Anders als Heine es in seinem berühmten Gedicht „Die Nacht auf dem Drachenfels“ von 1820 mit der ihm eigenen Ironie beschreibt, haben wir am Ende auch nicht „den Schnupfen und den Husten mit nach Hause“ gebracht, sondern viele neue Eindrücke!

"Eine scheinbar banale Aussage. Ich las sie einmal als Motto einer Kunstausstellung und sie kam mir wieder in den Sinn, als ich gefragt wurde, ob ich meine Bilder in der Schule ausstellen würde, an der ich fast ein Vierteljahrhundert als Lehrer gearbeitet habe."

Johannes Lengert, Kollegen und sehr vielen Ehemaligen als Deutsch- und Erdkundelehrer noch sehr gut im Gedächtnis, widmet sich seit rund 10 Jahren wieder einer alten Leidenschaft - der Malerei. "So hat mich die Vergangenheit wieder eingeholt. Jetzt verbindet sie sich mit zwei baugeschichtlichen Ereignissen, zum einem mit dem hundertjährigen Bauhausjubiläum und und zum zweiten mit der inzwischen 66jährigen Geschichte des heutigen Niederrhein Kollegs."
Die Verbindung findet sich in der Person des Architekten Oswald Matthias Ungers. Ungers hat in der Zeit von 1953 bis 1958 wesentliche Erweiterungsbauten des Niederrhein-Kollegs gestaltet. "Die Beschäftigung mit der Geschichte des Bauhauses, der Blick auf meine „alte Schule“ aus einer gewissen zeitlichen Distanz, durch die häufig erst das architektonisch Besondere bewusst wird, und das Angebot, einige Bilder von mir auszustellen, haben mich dazu angeregt, auch neue Bilder zu malen, die gezielt auf die Ungersche Formgestaltung Bezug nehmen und gleichzeitig mit den Grundfarben spielen, wie sie das Bauhaus zum Lehrprinzip erhoben hat."

Die Werke von Johannes Lengert sind ab 18. Juni im Erdgeschoss des Neubaus zu sehen. Seine Ausstellung wird über das diesjährige Sommerfest bis mindestens zu den Sommerferien zu sehen sein. 

Mit dem Sommersemester 2019, exakt am 05.02., startete ein neues Vorhaben am NRK. Mit diesem Semester werden an unserer Schule freiwillige Förderstunden in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik angeboten.

Freiwillig heißt, es kann kommen, wer mag, die Tür steht für alle Semester und alle Studierende offen, niemand muss kommen, und alle Studierenden dürfen ihre Fragen stellen, ihre Wünsche äußern oder Aufgaben bearbeiten. Damit haben wir eine Phase des freien Lernens geschaffen, um so den Studierenden die Möglichkeit zu geben, ihre potentiellen Schwächen zu beseitigen, ihre Stärken auszuweiten, sich noch einmal gezielt auf eine Klausur vorzubereiten oder einfach nur Sicherheit in dem zu gewinnen, womit sie sich täglich auseinandersetzen.

Da die Förderstunden dienstags, mittwochs und freitags jeweils in der achten Stunde beginnen, war die Nervosität der Lehrkräfte erstmal recht groß: Wie viele werden dieses Angebot tatsächlich annehmen?

Aber die alten Skeptiker wurden überrascht: Bisher erfreuen sich die Förderkurse großer Beliebtheit. Um die zehn Studierenden trudeln in den jeweiligen achten Stunden ein, verteilt über alle Semester, teilweise erscheinen neue Gesichter mit ganz akuten Fragen, teils haben Studierende die Förderstunden schon fest in ihren Stundenplan integriert, manche nutzen die Stunde zur Vorbereitung und eigenständigen Arbeit, mit der Möglichkeit, eben schnell noch eine Frage zu stellen, andere arbeiten sich durch die zur Verfügung gestellten Materialien durch, jeder so, wie es gefällt… Und damit ganz im Sinne des angedachten Konzeptes.

Die Förderstunden verteilen sich momentan wie folgt:

Dienstags, 8. Stunde, Deutsch

Mittwochs, 8. Stunde, Englisch

Freitags, 8. Stunde, Mathematik

Und damit hoffen wir, dass dieses neue Angebot am NRK bald kein neues Angebot mehr ist, sondern sich etabliert, sodass wir nicht nur das Fördern nicht vergessen, bei all dem Fordern, sondern dass das Fördern das Grundprinzip unserer Didaktik ist und bleibt.

Auch dieses Jahr lädt das NRK wieder zu einem unverbindlichen Informationsabend ein.

Ohne Anmeldung, einfach und unkompliziert, informieren wir Sie am 22.05.2019 um 17 Uhr über den Zweiten Bildungsweg, mögliche Abschlüsse und unsere Schule. 

 Wir freuen uns über Ihr Kommen!