Auf den Spuren der frühen Schwerindustrie wandelten die beiden Geschichts-Grundkurse des letzten 3. Semesters. Die erste Station führte uns dabei nach Osterfeld zur St. Antony-Hütte oder feierlicher und mit ein wenig Lokalbewusstsein in der Brust ausgedrückt, zur "Wiege der Ruhrindustrie". Denn St. Antony wurde bereits im Jahre 1758 als erstes Eisenwerk im Ruhrgebiet gegründet, weil man im Umland auf große Rasenerzvorkommen zurückgreifen konnte. Einen schönen Einblick in die Geschichte der späteren Gutehoffungshütte bzw. der Firma MAN boten uns zwei Führungen, bei denen wir etwas über den Vorgang der Eisenproduktion sowie die zeitweise komplizierte Eigentümerstruktur lernten und die aufwendig restaurierte Fundstelle des Hochofens besichtigen konnten.

Die zweite Station des Tages widmete sich dann dem Leben der Eisenarbeiter in Oberhausen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts und führte uns in die Arbeitersiedlung Eisenheim. Besonders an der ältesten Arbeitersiedlung des Ruhrgebiet, die auch als erste bundesweit unter Denkmalschutz gestellt wurde, ist der Umstand, dass diese als Teil der "Route der Industriekultur" offen besichtigt werden kann. Gegenstände im Museum und Anekdoten aus dem damals häufig harten Alltag der Familien führten uns das Leben der Arbeiterfamilien bestens vor Augen. Die Begehung eines Musterhauses verdeutlichte zudem die Architektur der verschiedenen Haustypen und dabei staunten wir nicht schlecht, wie viele Menschen sich damals pro Haus die etwa 70 qm teilen mussten.

Insgesamt war es ein sehr informativer Tag, der uns die "Malocherkultur" im Ruhrgebiet als zu erhaltende Industriekultur vor Augen führte.

Unter der Reiseleitung von Frau Algür ging es für einige NRKler auf Kursfahrt nach Irland.

Trotz des Sturmtiefs Sabine kam es zum Glück zu keinen Flugbeeinträchtigungen und die Gruppe landete wohlbehalten in Dublin. Nachdem man gegen 13 Uhr im Hotel eingecheckt hatte, führte ein erster Erkundungsgang zum berühmten Trinity College, mit seiner atemberaubenden Bibliothek.

Kulturhungrig geworden und der irischen Kälte trotzend ging es dann für die Reisegruppe weiter in Richtung Temple Bar, dem bekanntesten Kneipenviertel Dublins.

Im Pub lässt man den anstrengenden Tag irisch ausklingen.

Am zweiten Tag ging es mit einem gut aufgelegten Fahrer zunächst per Bus durch Dublin auf eine spannende und ebenso amüsante Entdeckungsreise.
Nachmittags war das EPIC, ein neues Museum, das sich mit seiner Ausstellung vor allem der Geschichte der irischen Auswanderer widmet, unser Ziel.

Das Thema Neobiota,als Aspekt der Ökologie, führte den Biologie Leistungskurs des 3. Semesters ins Haus Ruhrnatur nach Mülheim. Neobiota sind durch den Menschen eingeschleppte Arten, die vorher nicht in Deutschland heimisch waren. Neu etablierte Pflanzen (Neophyten), Pilze (Neomyceten) und Tiere (Neozoen) gibt es mehr als gedacht.

Zu Beginn erhielten wir eine Einführung mit allgemeinen Informationen über das Haus Ruhrnatur, die RWW (Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft) und die Trinkwassergewinnung-/versorgung, Es folgte eine Vorbereitung auf unsere Ruhr-Expedition. Ausgestattet mit Ferngläsern und warm gekleidet ging es bei Temperaturen knapp über 0° Celsius und etwas Nebel los. 

Trotz der eisigen Temperaturen bekamen wir einige Tiere zu sehen:unter anderem Fischreiher, Blesshuhn, Stockente, Kanadagans und die seltenere Krickente. Einen Eisvogel, den man an einer Stelle besonders gut beobachten kann, bekamen wir leider nicht zu sehen, dafür aber eine Bisamratte.

Nach einem 5 km langen Spaziergang mit Beobachtungsstopps freuten wir uns alle auf das warme Gebäude und eine Tasse Kaffee/Tee/Kakao. :-)

Im zweiten Teil erfuhren wir noch viele Dinge über die Ruhr, die Wasserqualität, den Einfluss der Grundel auf das Ökosystem und bestaunten allerlei Kleintiere unterm Binokular.

Die erste Exkursion im neuen Jahrzehnt führte uns ins Museum Folkwang in Essen.

Kunst zum Greifen nah und doch mit Abstand, um keinen Alarm auszulösen.

Gemeinschaftlich tauchten die Studierenden des Kunst Gks und Lks (4./5. Semester) in die Welt der Kunst ein. Nach eigenständigem Erkunden der Sammlung und der Sonderausstellungen wurden wir gemeinsam durch die aktuelle Ausstellung "DER MONTIERTE MENSCH" geführt. Durch die Führung wurden uns altbekannte KünstlerInnen, wie auch weniger bekannte KünstlerInnen und deren Werke näher gebracht, die sich mit der Präsenz von technischen Innovationen in und um den menschlichen Körper beschäftigt haben. Zu sehen waren Kunstwerke von Künstlern, die sich von Beginn des Maschinenzeitalters bis zur Gegenwart mit den Auswirkungen von Industrialisierung, Mechanisierung, Kybernetik, Robotik und Künstlicher Intelligenz auf den einzelnen Menschen sowie auf die Gesellschaft auseinandergesetzt haben. Neben der Ambivalenz die das Verhältnis von Mensch und Maschine schon immer prägte, erfuhren wir auch Aspekte, die Zusammenhänge zwischen Krieg, Technologisierung, Gesellschafts- und Staatsformen aufzeigen.

Zum Abschluss unseres Museumbesuchs waren wir auch selber künstlerisch tätig:

Stickerbomb am NRK - oder wie aus einer abgenutzten Mülltonne ein Kunstwerk wurde.

Julius Winninger aus dem 5. Semester nahm sich dieser Herausforderung an. Am eigenen Auto erfolgreich erprobt, wagte sich Julius mit der Technik des Stickerbomb an die nicht mehr so schöne Mülltonne vor der Cafeteria. Stickerbomb, das bedeutet Vorarbeit und viel Geduld: Putzen, Entfetten, Kleben, Kleben und noch mehr Kleben und das Lackieren nicht vergessen. Der ganze Vorgang wiederholt sich und muss nochmals wiederholt werden, wenn sich Sticker von der unebenen Oberfläche lösen.

In wochenlanger Heimarbeit ist ein interessanter Hingucker entstanden. Ein Kunstwerk mit ganz alltäglicher Funktion.

Auf Plakaten im Eingangsbereich der Cafeteria beschreibt Julius den Entstehungsprozess, dieser ist auch hier zu lesen.